Zechensiedlung vom Beginn des 19. Jahrhunderts

Entstanden sind die Gärten als Bestandteil einer Kleinsiedlung ab 1888 und dienten im Laufe der Jahrzehnte ihren Bewohnern als Nutzgarten neben ihrem arbeitsplatznahen Wohraum.

Sowohl die ersten Eigentümer, wie auch spätere Mieter, arbeiteten „auf Hannover“, der Kohlezeche in unmittelbarer Nachbarschaft.

Interessant ist, welche Veränderungen nicht nur die Bausubstanz, sondern auch die Gärten im Laufe der über 130-jährigen Geschichte durchlebt haben. Stammten die Erstbewohner und Bauherren noch aus der Hordeler Bauernschaft, folgten mit der rasanten Entwicklung der Kohle- und Stahlindustrie Arbeitsmigranten aus Ostpreußen und Masuren, später dann Bergleute aus Anatolien, die jeweils die Gärten nach ihren Vorstellungen umgestalteten und mit ihren Kulturpflanzen und Nutztieren bestückten. Auf „Kapusta“ (Kaps) folgten „bakla“ (Bohnen), auf Schwein und „Bergmannskuh“ (Ziege) folgten Hühner und Schafe.

Nach Schließung der Zeche und zeitweiligem Leerstand übernahm das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover die Kleinsiedlung, restaurierte sie denkmalgerecht und dokumentiert hier inzwischen diese typische Wohnform der Zechensiedlung mit Nutzgärten, Stallungen und Taubenschlägen.

Mittlerweile haben auch renommierte Filmschaffende dieses Kleinod inmitten der Industrielandschaft für sich entdeckt. Adolf Winkelmann drehte hier 2016 Szenen seines viel beachteten Films „Junges Licht“ und Sönke Wortmann nutzte beim Ruhrgebietsepos „Sommerfest“ (Buch Frank Goosen) den Rübenkamp als Kulisse.

 

Bus 368 Hannoverstraße (aus Harpen, Bochum, Wanne-Eickel)
Bus 390 Röhlinghauser Str. (aus Herne, Bo-Dahlhausen, Wattenscheid)

Zechensiedlung des LWL Industriemuseums Zeche Hannover
Am Rübenkamp 6
Bochum

 

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