Kultur durchs Fenster bei der bobiennale to go

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Vom 27. Mai bis 6. Juni gab es mit der bobiennale to go als Auftakt des Bochumer Kultursommers einen vielseitigen Vorgeschmack auf die Sommerausgabe des diesjährigen Festivals der freien Kulturszene Bochum. Mit Schaufensteraktionen und Fensterkonzerten konnten Künstler:innen aus den verschiedensten Sparten die Bochumer begeistern. Sowohl die Veranstalter:innen als auch die beteiligten Künstler:innen sind höchst zufrieden mit dem Verlauf und der positiven Resonanz der Besucher:innen.


Foto: Dana Schmidt

Es ist geglückt: Die bobiennale to go konnte vom 27. Mai bis 6. Juni mit verschiedenen Aktionen einen kleinen Ausblick auf das in den Sommer verschobene Festival der freien Kulturszene geben und den Bochumer:innen so trotz Corona etwas Kultur bieten. Als klar war, dass die "große" bobiennale nicht zum angedachten Zeitraum stattfinden konnte, stellten die Organisator:innen gemeinsam mit zahlreichen Künstler:innen in kürzester Zeit ein coronakonformes Alternativprogramm auf die Beine: Bei der bobiennale to go wurde so wortwörtlich Kultur durchs Fenster erlebbar. Gefördert wurde das Mini-Festival im Rahmen des Bochumer Kultursommers aus Mitteln des Programms "Neustart Kultur" von der Kulturstiftung des Bundes. 

Schaufensterkunst im Vorbeigehen

Vielseitige Schaufensteraktionen bildeten einen Baustein des Programms der bobiennale to go. In vier unterschiedlichen Locations durften wir Künstler:innen verschiedenster Sparten willkommen heißen, die ihre Kunst durch die Schaufenster präsentierten: im Fräulein Coffea in der Nähe des Schauspielhauses, im sogenannten Düppelhäuschen direkt hinter dem Hauptbahnhof, im Gemeindehaus des Kirchenkreises Bochum mitten in der Innenstadt und - spontan dazugestoßen - in der Goldkante im Ehrenfeld. Einen der Beiträge zum Schaufensterprogramm leistete das über Bochums Grenzen wohlbekannte blicke filmfestival, das sich mit dem Ruhrgebiet als Ort des Films auseinandersetzt. Bei der bobiennale to go waren sie mit zwei Filmen vertreten: "Flüsse Täler Berge" von Marco Kugel und "Frogs at Midnight" von Lenia Friedrich. Ebenso zu bestaunen war Jorn Ebener alias der „Bienen-DJ“, der über einen gesamten Tag verteilt mit jeweils 45-minütigen DJ-Live-Performances mit Bienensounds aufwartete. Der Graffitikünstler und Illustrator Markus Becker aka Herr Orm arbeitete live im Schaufenster der Goldkante und kreierte live auf seiner Leinwand ein sich kontinuierlich wandelndes Kunstwerk.  Aus dem Kunstkiez Bärendorf beteiligen sich die beiden Performerinnen Katharina Frölich und Joyce Thumb, die – mal laut und schrill, mal leise und versteckt – in einer achtstündigen „rauschhaften“ Live-Session die Grenzen der Absurdität abtasteten. Die Progranauten begeisterten mit einer Arbeitspräsentation mit Videos und Ausstellungsstücken von den Kostümen ihres letzten Stücks „OO-DE-LALLY“. Die Scheinzeitmenschen stellten eine Live-Schalte von ihrem eigenen Schaufenster im Schaubüdchen her, über die die interaktive Installation "you stepping by really moves me" angesehen und aktiviert werden konnte. Hinzu gesellen sich Videoinstallationen mit Lesungen von drei Autor:innen des Literaturtags der bobiennale. Gleich an zwei Tagen durften wir die Musiker:innen von SOOOS begrüßen, die mit ihren Trommeln Furore machten. Zusätzlich wurden Arbeiten aus dem Bereich der Bildenden Künste präsentiert: Die Künstler und Ausstellungsmacher Christian Gode und Uwe Siemens machten den Auftakt der bobiennale to go mit einer Videoinstallation, die eine Art Werkschau darstellte. Im Fräulein Coffea stellte zunächst der Künstler Moritz Maas einige seiner Gemälde aus, direkt gefolgt von einer Aktion der Künstlerin Kira Selicke, die das Fenster von innen bemalte. Den Abschluss der bobiennale to go machte eine Co-Arbeit von Barbara Neumann, Dorothee Schäfer und Martin Warnke vom Bismarckkiez Wattenscheid. Die Zusammenarbeit bildete eine Melange aus Videoinstallation, Ausstellung und Lesung und fand großen Anklang bei Besucher:innen.

Fensterkonzerte vom Kläääsch Fassadenservice 

Besonders große Freude und regelrechte Festivalstimmung kam bei den zwölf Fensterkonzerten vom Kläääsch Fassadenservice auf, die von Florian Walter und Kata Kern konzipiert wurden und zuvor über die Website zu gewinnen waren. Angelehnt an das beliebte bobiennale-Format „Kläääsch – Musik auf den Dächern“ wurden die Musiker:innen mit einem Hubsteiger vor ein Fenster der Konzert-Gewinner:innen gefahren. Ob Saxophonist:innen, Cellist:innen, Schlagzeuger:innen, Gitarist:innen oder zahlreiche weitere Künstler:innen - sie alle begaben sich in luftige Höhen, um die Zuhörer:innen mit ihren Klängen zu begeistern. Und das haben sie definitiv geschafft! Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit den Konzert-Gewinner:innen und zahlreichen Nachbar:innen solch besondere Momente erleben und etwas Festivalluft schnuppern durften.

Der Sommer kann kommen

Nun schauen die Künstler:innen und Organisatior:innen mit viel Zuversicht und Vorfreude auf die "große" Ausgabe der bobiennale, die vom 26. August bis zum 5. September geplant ist. Unter dem Motto „Auf die Plätze, fertig, los“ wird dann die bobiennale 2021 jeden Tag an einen anderen Platz wandern, wie u.a. zum Kunstkiez Bärendorf und zum Bismarckplatz in Wattenscheid. Jeder dieser Plätze hält ein vielseitiges Programm aus Installationen, Konzerten, Performances und vielen anderen Events bereit. An den weiteren Festivaltagen erleben auch einige bekannte Formate aus den letzten beiden Ausgaben ein Comeback: So wird es wieder einen Open Air Tag auf der Springorumtrasse geben und auch die Konzertreihe „Kläääsch“ wird fortgesetzt. Hier zeigen Musiker*innen ihre Kunst auf den Dächern Bochums. Dazu kommt das Kulturpolitische Forum, das Raum für Talks und anschließende Diskussionen bietet. Am Abschlusstag wird der „Literaturspielplatz“ das Bochumer Publikum mit Lesungen und Poetry Slam auf Spielplätzen in der ganzen Stadt überraschen. Mehr Informationen zum Programm folgen bald!

Impressionen von der bobiennale to go (Fotos: Dana Schmidt)

     

   

   

        

 

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