Lesung Mambo Kurt

Heimorgel to Hell

Mambo Kurt ist bekannt als Orgelgott. Er ist der krasseste Alleinunterhalter der Welt. Mambo ist der einzige Heimorgelspieler, der in Wacken spielen darf. Jedes Jahr, jeden Tag. Seine Fans lieben ihn dafür, dass sie vor seiner Orgel alles tun dürfen, was ihnen Spaß macht: Singen, Tanzen, Stagediving, Partnertanz und Polonaise. Es gibt für Mambo keine Grenzen, welche Songs er auf seiner Heimorgel neu interpretiert. Und so folgt Slayer auf Scooter und Rammstein auf Lady Gaga. Für Mambo kein Problem, für manche in Schubladen denkende Zeitgenossen schon. Mambo trennt die Massen schneller als Moses das Meer. Man liebt ihn oder man hasst ihn, dazwischen gibt es nichts. Seit 1996 tourt Mambo als Geheimtipp durch die Welt, er hat einen Fanclub in Tokio und Brasilien. Im Jahr 1999 spülte ihn RTL ins Fernsehen, danach spielte er in Hannover Theater. Seit 2006 ist Mambo die kleinste Showband der Welt in der letzten deutschen Late-Night-Show im TV - beim SWR mit dem unfassbaren Pierre M. Krause. 2014 mischte Mambo Kurt die Vorweihnachtszeit mit seiner CD „Weihnachten“ auf.

Doch was kaum jemand weiß: Für Mambo gab es ein Leben vor dem Künstler-Dasein. Mambo ist Arzt, Dr. med. um genau zu sein. Er hat als Mediziner im Ruhrgebiet in der Chirurgie gearbeitet. Das war für den großen Piper-Verlag Grund genug, Mambo um seine Lebensgeschichte zu bitten. Und der Orgelgott musste nicht lange überlegen und sagte „ja“. Es war ihm eine Ehre, er hat sein Buch selbst geschrieben. Nun ist es an der Zeit, dass Mambo mit seinem Buch auf Lesung geht. Damit die Sache nicht zu eintönig wird, sind die Heimorgel, eine Fickpuppe aus Plastik, ein Dia-Projektor und ein paar kaputte Kreidler-Ersatzteile mit von der Partie. Nennt es „frakturiertes Programm“, nennt es „Lesung mit Musik“, egal. Die Zuschauer sind begeistert.

Immer nur Krampfadern ziehen? Für den Rest des Lebens Patienten zunähen? Soll es das schon gewesen sein? Mambo tauscht seinen OP-Kittel gegen den Glitzeranzug und orgelt sich in die Herzen einer Kult-Gemeinde. Mit viel Bumm-Tschak und Punkrock gibt er die anarchistische Bühnensau und zertrümmert als Terminator unter den Alleinunterhaltern seine Heimorgel. In seinem Buch „Heimorgel to Hell“ erzählt Mambo, was einen Menschen dazu bringt, freiwillig auf die Sicherheit einer Festanstellung zu verzichten und seinen Lebensunterhalt als Künstler zu verdienen. Außerdem erfahrt ihr, wie es ist, neben Iggy Pop an der Pissrinne zu stehen. Für alle Fans von Mambo ist seine Lesung sowieso Pflicht. Für alle, die Mambo noch nicht kennen, gilt: Hingehen!