Strippenziehen I - Wer hat Gestaltungsmacht in der Kulturorganisation?

Die Macht in Kulturorganisationen ist ungleich verteilt. Bis heute sind gerade die Institutionen im Kulturbereich extrem hierarchisch organisiert und agieren entsprechend des kreativen oder künstlerischen Anspruchs von Einzelpersonen.

Doch ist diese Form der Führung noch zeitgemäß? Sind im Kontext komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen nicht auch neue Führungsmodelle gefragt, in denen unterschiedliche Expertisen und Ansprüche eingebunden werden können? Die aktuellen Debatten über Machtmissbrauch und fehlgeleitete Herrschaftsverständnisse weisen darauf hin, dass in diesem Feld dringend ein Paradigmenwechsel notwendig ist.

Es stellt sich die Frage, wie sich Kulturorganisationen strukturell weiterentwickeln müssen, damit andere Formen der (Selbst-)Führung realisiert werden können? Dafür sind weitreichende Strukturentwicklungen notwendig, die mit einer Umverteilung von Macht und Deutungshoheit verbunden sind. Derartige Anpassungen werden immer auch Störfall wahrgenommen. Nicht selten bringen die Beteiligten mehr Energie auf, eine notwendige Veränderung zu verhindern, anstatt kreativ die Zukunft mitzugestalten.

In drei Etappen werden wir an einen Workshopnachmittag unsere Erfahrungen beim Strippenziehen tauschen, die Herausforderungen systematisch untersuchen, feststellen, welche Rahmenbedingungen für den Prozess förderlich sind und welche eher nicht.

Gemeinsam wollen wir erfolgversprechende Strategien finden, wie wir Gestaltungsmacht erlangen und ein anderes Selbstverständnis von Führung diskutieren.

Mit Seta Guetsoyan, Wolfram Lakaszus und Henning Mohr.

 

 

Die Veranstaltung findet im Figurentheater-Kolleg in Langendreer statt.

Anmeldung: https://pretix.eu/kupoge/strippenziehen1/

 

 


Die Reihe Strippenziehen

Das Figurentheater-Kolleg, die Rottstr5-Kunsthallen und die Kulturpolitische Gesellschaft starten bei der bobiennale ihre gemeinsame Reihe Strippenziehen rund um das Thema Change- und Innovationsmanagement im Kulturbereich.

Es braucht deutlich reflexivere Kulturorganisationen, die sich stärker an gesellschaftlichen Fragen orientieren, selbstkritisch die eigene Programmarbeit hinterfragen und auf diese Weise ein anderes künstlerisches Selbstverständnis etablieren.

Doch wie gelingt die Transformation? Wie müssen sich die kulturellen Infrastrukturen in ihren Prozesslogiken verändern, um neuen Bedürfnissen gerecht werden zu können? Wer hat eigentlich die Gestaltungsmacht und welche Formen der Führung sind notwendig?

Diese und andere Fragen werden in unterschiedlichen Formaten (Podiumsdiskussion und Workshops) diskutiert.

Die ersten beiden Veranstaltungen finden während der bobiennale statt. Weitere werden folgen.